Mar 07, 2021

Der Pfad des Solopreneurs - Veränderungen aktiv gestalten

Veränderung kann auf zwei Arten geschehen: Man kann den passiven Weg wählen: Zögern, abwarten und die hoffen, dass andere Menschen schon das Richtige tun werden. Oder man ist aktiv, trifft mutige Entscheidungen und geht das eine oder andere Wagnis ein.

Wenn Sie sich entscheiden, nicht länger zu warten, sondern Veränderungen aktiv umzusetzen, dann werden Sie zwangsläufig eine Menge außergewöhnlicher Erfahrungen machen. Sie werden als Persönlichkeit aus der grauen Masse herausstechen und für viele Ihrer Mitmenschen als Vorbild gelten. Man wird Sie dafür bewundern, dass Sie sich trauen, die eigenen Grenzen zu überwinden, gegen den Strom zu schwimmen und konsequent nach Ihren eigenen Werten zu handeln. Je mehr Sie sich allerdings abseits der gewohnten Pfade bewegen, desto häufiger wird man Sie auch kritisch beäugen und manchmal sogar anfeinden. Sehen Sie das in diesen Fällen einfach als Kompliment für Ihren Mut und das Vertrauen in Ihren Weg, selbst wenn es nicht der leichtere ist.

Mutige Entscheidungen treffen vs. „Das haben wir schon immer so gemacht“

Sind Sie trotzdem bereit, die Entscheidung zu treffen? Wie in dem Film »Matrix« haben Sie die Wahl zwischen der roten und der blauen Pille. Wenn Sie sich für die rote entscheiden, wird alles so bleiben, wie es ist. Die bequeme Komfortzone und die allumfassende Beliebigkeit werden Ihren Alltag bestimmen und der Satz »Das haben wir schon immer so gemacht« Ihr Mantra und täglicher Begleiter werden. Wählen Sie hin- gegen die blaue Pille, können Sie sich als Changemaker auf eine Achterbahnfahrt voller Höhen und Tiefen freuen, die Sie rasant zu mehr Zufriedenheit und Erfüllung im Leben führen wird. Sie werden an Ihre Grenzen stoßen, an ihnen abprallen, nur um sie irgendwann zu überschreiten. Vor allem aber werden Sie lernen, wachsen und leben. Und zwar im ureigensten Sinn des Wortes. Haben Sie Ihre Wahl getroffen?

Der Weg des Changemakers als Solopreneur Lifestyle

Ich selber bin Changemaker mit Leib und Seele. Für mich gibt es nichts Schöneres auf der Welt, als produktiv tätig zu sein, anderen Menschen mit meinen Vorträgen, Büchern und Dienstleistungen einen Wert zu liefern und gleichzeitig über meine eigene Zeit frei bestimmen zu können. Wahrscheinlich bin ich deshalb auch so gerne Solopreneur. Und gerade der letzte dieser drei Punkte hört sich doch fast schon nach paradiesischen Zuständen an, oder?

Aber weit gefehlt, denn wie immer im Leben hat alles seinen Preis, und auch die Freiheit der flexiblen Zeiteinteilung geht mit einer hohen Verantwortung einher. Denn mir sagt niemand, was ich zu tun und zu lassen habe. Kein Chef kontrolliert meinen Tagesablauf, keine Kollegen halten mich von der Arbeit ab und keine Vorgesetzten bestimmen darüber, was wichtig und was unwichtig ist. Es hängt alles nur an mir. Arbeite ich intensiv und zielgerichtet, dann sind meine Kunden zufrieden, die Qualität meiner Produkte ist hoch und ich verdiene auch gut. Wenn ich mich hingegen entscheide, den lieben langen Tag in der Hängematte bei mir im Garten zu liegen, dann hat diese Wahl eben auch entsprechende Konsequenzen. Und wissen Sie was, ich liebe diesen extremen Grad von Verantwortung. Denn genau das ist es, was für mich den Spirit eines Changemakers ausmacht: sich nicht von anderen abhängig zu machen, sondern eigenverantwortlich zu denken, zu entscheiden und zu handeln.

Das Solopreneur Mindset

Dieses besondere Mindset ist es, was sämtliche veränderungsliebenden Solopreneure miteinander verbindet. Der unbändige Hunger auf Innovation. Die Gier auf Siege. Der innere Antrieb, der auch dann noch funktioniert, wenn die äußeren Faktoren längst etwas ganz anderes sagen. Mir hat ein besonderer Satz dabei geholfen, diese Mentalität nicht nur zu verstehen, sondern jeden Tag zu leben. Während eines Trips nach New York bin ich vor ein paar Jahren mit dem Auto von Manhattan Richtung New Jersey gefahren. Und dabei passierte ich eines dieser typisch amerikanischen Billboards, auf dem in großer Schrift neun Worte aufleuchteten, die meinen Blick auf eine fast schon magische Weise anzogen. Ich weiß nicht mehr, für welches Produkt oder für welche Firma dort geworben wurde, aber dieser eine Satz hat sich bis in die tiefsten Ebenen meines Gehirns eingebrannt und dient mir seit diesem Tag als eine Art Leitsatz. Es stand dort: 

»How hard do you play, when no one’s watching?« 

Oder frei übersetzt: 

»Wie sehr strengst du dich an, wenn niemand zuschaut?« 

Wenn Sie ein wenig über die Frage nachdenken, werden Sie feststellen, wie viel Dynamit darin verborgen liegt. Denn die Antwort liefert Ihnen einen ziemlich genauen Anhaltspunkt, ob Sie die unterschiedlichsten Dinge tun, weil andere es von Ihnen verlangen, oder ob Sie aus einem starken inneren Antrieb handeln.

Das Geschenk des Purpose

Wenn es Ihnen geht wie den meisten Menschen, dann erledigen Sie den Großteil der täglich anfallenden Aufgaben hauptsächlich, weil Ihr Chef es von Ihnen erwartet, weil Sie vor Ihren Kollegen beschäftigt wirken wollen oder weil es so in Ihrem Arbeitsvertrag steht. Zumindest in zwei dieser drei Fälle ist das auch völlig okay, denn zum Leben gehören eben auch Pflichten dazu. Aber würden Sie diese Aufgaben mit dem gleichen Fleiß, der gleichen Intensität und der gleichen Leidenschaft erledigen, wenn Sie es sich selbst aussuchen und Ihre Zeit frei einteilen könnten? Höchstwahrscheinlich nicht, oder? Als Solopreneur lösen Sie sich irgendwann komplett von äußeren Erwartungen und erledigen Ihre Aufgaben, weil Sie von einer tiefen inneren Motivation angetrieben sind. Weil Sie hohe Ansprüche haben, anderen Menschen einen Wert bieten und Ihrer aktuellen Tätigkeit einen Sinn geben wollen.

Wundervolle Dinge geschehen, sobald Sie beginnen, die Tabellenkalkulation nicht mehr zu bearbeiten, weil Ihr Chef das so will, sondern weil Sie wissen, dass das Ergebnis Ihrer Arbeit für den Erfolg der Firma wichtig ist. Wenn Sie den unzufriedenen Kunden nicht nur anrufen, weil Ihr EDV-System den Termin vorgibt, sondern weil Sie ein ehrliches Interesse daran haben, ihn zufriedenzustellen. Wenn Ihr inneres Warum irgendwann so stark geworden ist, dass es Sie auch in harten Zeiten die richtigen Dinge tun lässt.

Die Frage, die alles verändert

Egal, vor welcher Aufgabe Sie in Zukunft auch stehen, fragen Sie sich regelmäßig: 

»Wie sehr würde ich mich anstrengen, wenn niemand zuschaut?« 

Und dann geben Sie Vollgas und setzen Ihre Vorhaben direkt in die Tat um. Nicht für andere Menschen, sondern nur für sich selbst. Dabei spielt es keine Rolle, wie Ihre genaue Tätigkeit aussieht. Entscheidend ist, mit welchem Anspruch Sie Ihre Arbeit erledigen. Sie benötigen keine eigene Firma, um wie ein Solopreneur zu denken, denn für mich definiert sich ein Unternehmer weniger über seine Rechtsform als vielmehr über sein Mindset. Auch als Manager, Verkäufer oder Angestellter können Sie sich wie ein Changemaker verhalten. Natürlich, je größer die Organisation ist, in der Sie tätig sind, desto mehr müssen Sie auch auf gewisse Spielregeln Rücksicht nehmen. Aber nehmen Sie diese bitte nie als Ausrede, um doch wieder in die alten Muster des Abwartens zurückzufallen. Entweder Sie denken und handeln wie ein Unternehmer oder Sie tun es eben nicht. Entweder Sie gehen als Changemaker aktiv voran oder Sie verwalten passiv den Status quo. Entweder Sie gestalten den Wandel oder Sie reagieren mehr oder weniger zufällig auf die äußeren Umstände.

Schließen möchte ich diesen Artikel  mit einem Zitat des rumänischen Bildhauers Constantin Brâncuși, das ich an dieser Stelle für sehr passend halte: »Erschaffe wie ein Gott. Befehle wie ein König. Arbeite wie ein Sklave.« Genau das ist die Mentalität, die Sie benötigen, wenn Sie den Pfad des Solopreneurs beschreiten. Ich wünsche Ihnen viele schöne Erfahrungen auf diesem Weg.